Metakognitive Therapie

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Die metakognitive Therapie (MCT) ist aus Forschungen zu den Ursachen und der Behandlung psychischer Störungen heraus entstanden. Der Ansatz basiert auf dem Modell von Wells und Matthews (1994), das ursprünglich zur Behandlung der Generalisierten Angststörung aufgestellt wurde. Inzwischen ist ein genereller Behandlungsansatz entstanden (Wells, 1995, 2000). Der Ansatz ist wissenschaftlich fundiert und durch viele Studien belegt.

Metakognitionen werden als der Teil der Kognitionen verstanden, die das Denken und weitere mentale Prozesse steuern. Die meisten Menschen haben direkte Erfahrungen mit Metakognitionen gemacht. Zum Beispiel, wenn man sich nicht an einen Namen erinnern kann, sich aber sicher ist, dass der Name irgendwo in der Erinnerung abgespeichert ist. Dieser metakognitive Zustand geht mit einem starken Gefühl einher und wird auch „The tip-of the tongue-effect“ („Es liegt mir auf der Zunge-Effekt“) genannt. Es sind Metakognitionen, die den Namen ins Bewusstsein holen und dies häufig dann, wenn man am wenigsten damit gerechnet hat. Auch wenn wir uns manchen Metakognitionen bewusst sind (wie in dem Beispiel), arbeiten die meisten Metakognitionen, die unser Denken und bewusstes Erleben steuern, im Hintergrund.

Eins der Kernmerkmale psychischer Störungen wie z.B. Depressionen oder Angststörungen ist, dass es schwierig wird, das Denken zu kontrollieren. Zusätzlich führt die Art der Gedanken häufig noch zu einer Verschlechterung und Aufrechterhaltung des emotionalen Leids. Viele Patienten berichten, das Gefühl zu haben, die Kontrolle über ihre Gedanken und Verhaltensweisen verloren zu haben. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist, dass das Denken und die gesamte Aufmerksamkeit darauf fixiert sind, sich mit sich selbst und bedrohlichen Informationen zu beschäftigen. Die metakognitive Therapie schreibt diesen Veränderungen der Gedankenmuster eine wichtige Rolle zu. Sie spricht vom „Cognitive-Attentional-Syndrom (CAS)“, dem kognitiven Aufmerksamkeitssyndrom.

Das CAS besteht aus Sich-sorgen, Grübeln, Bedrohungsmonitoring und weiteren Bewältigungsstrategien von denen der Betroffene glaubt, dass sie hilfreich seien, die meisten jedoch das emotionale Leid aufrechterhalten. Das CAS wird von Metakognitionen kontrolliert. Um das CAS aufzulösen, werden dem Patienten neue Möglichkeiten zur Aufmerksamkeitssteuerung und des Reagierens auf Gedanken und Überzeugungen vermittelt. Hierzu werden darüber hinaus die metakognitiven Annahmen modifiziert, die diese Denkprozesse aufrechterhalten.

Für das Verständnis und die Behandlung verschiedener Störungsbilder, wie z.B. Generalisierte Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung, Zwangsstörung, soziale Phobie und Depressionen wurden standardisierte Behandlungsansätze entwickelt.