Depression & Grübeln
Wie anhaltendes Grübeln depressive Beschwerden verstärken kann – und wie MCT den Umgang mit Gedanken verändert.
Depression und anhaltendes Grübeln
Depression kann sich durch anhaltend gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse oder Freude, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, Konzentrationsprobleme, Schlaf- und Appetitveränderungen sowie weitere psychische und körperliche Symptome zeigen.
Ein häufiges Merkmal ist Grübeln: wiederholtes Nachdenken über Ursachen, Folgen, Fehler oder die eigene Stimmung. Dieses Denken kann sich zunächst so anfühlen, als müsse man nur lange genug nachdenken, um eine Lösung zu finden. Tatsächlich kann anhaltendes Grübeln jedoch die Aufmerksamkeit immer stärker auf negative Informationen richten und depressive Beschwerden aufrechterhalten.
Wie erklärt MCT Grübeln?
Die Metakognitive Therapie geht davon aus, dass nicht nur negative Gedanken selbst entscheidend sind, sondern insbesondere die Art, wie auf sie reagiert wird. Positive metakognitive Überzeugungen können beispielsweise lauten, dass Grübeln notwendig sei, um Probleme zu verstehen oder eine Depression zu verhindern.
Mit zunehmender Dauer können zusätzlich negative Überzeugungen entstehen, etwa dass Grübeln nicht mehr kontrollierbar sei oder dass die eigenen Gedanken ein Zeichen dafür seien, dass mit einem etwas grundsätzlich nicht stimme. Dadurch wird es schwieriger, sich von den Denkprozessen zu lösen.
Die MCT zielt deshalb darauf, Grübeln zu reduzieren, Aufmerksamkeit flexibler einzusetzen und Überzeugungen über die Notwendigkeit und Unkontrollierbarkeit des Grübelns zu verändern.
Die Behandlung
Die Metakognitive Therapie wurde in mehreren klinischen Studien bei Depression untersucht und zeigte dabei deutliche Verbesserungen depressiver Beschwerden und des anhaltenden Grübelns.
In der Behandlung lernen Patient:innen, Grübelepisoden früher zu erkennen und nicht automatisch weiterzuführen. Aufmerksamkeitstraining kann helfen, die Aufmerksamkeit wieder flexibler zu steuern. Gleichzeitig werden Überzeugungen über die vermeintliche Notwendigkeit und Unkontrollierbarkeit des Grübelns sowie Verhaltensweisen bearbeitet, die Rückzug und weiteres Grübeln fördern.
Das Ziel ist nicht, unangenehme Gedanken zu beseitigen oder ihren Inhalt immer weiter zu analysieren, sondern einen flexibleren Umgang mit ihnen zu entwickeln.