Digitale Daten in der Psychotherapie: Mehr Informationen allein reichen nicht

Digitale Begleitangebote können der Psychotherapie zusätzliche Alltagsinformationen bereitstellen. Eine am 19. Oktober 2026 veröffentlichte randomisierte Studie prüfte, ob ausgewertete persönliche Textnachrichten die Behandlung tatsächlich verbessern.

Was zeigte die Studie?

101 Personen erhielten Psychotherapie mit oder ohne zusätzliche Informationen aus persönlichen Nachrichten. Bei Depression, Angst und therapeutischer Allianz zeigten sich keine statistisch signifikanten Vorteile. Explorativ waren zusätzliche Informationen mit mehr klinischen Handlungen verbunden.

Einordnung für digitale Begleitangebote

Für eine routinemäßige Auswertung privater Nachrichten ergibt sich daraus derzeit kein Wirksamkeitsargument. Die Aussagekraft ist begrenzt: Die Stichprobe war klein, die Versorgung überwiegend teilstationär, die Beobachtung kurz und die Behandlung heterogen. Das Ergebnis lässt sich nicht auf jede Form digitaler Verlaufsmessung übertragen.

Für die Entwicklung digitaler Angebote ist die Arbeit dennoch hilfreich: Mehr Daten und mehr Behandlungsentscheidungen sind kein Ersatz für einen nachgewiesenen Nutzen. Für MCT-spezifische Assessments liefert die Studie keinen direkten Wirksamkeitsnachweis.

Originalstudie

Vahia IV, Kimball J, Ren B, Cray H, Dickinson R, Kim H, Guan DX, Ressler KJ. Incorporating Data From Text Messages and Email Into Psychotherapy: Randomized Controlled Trial. JMIR Mental Health. 2026;13:e93446. DOI und Volltext.

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Redaktioneller Stand: 23. Oktober 2026.