Sorgen & generalisierte Angst
Warum Sorgen so schwer abschaltbar werden können – und wie Metakognitive Therapie an den aufrechterhaltenden Prozessen ansetzt.
Wenn Sorgen zum Problem werden
Bei einer generalisierten Angststörung stehen übermäßige und schwer kontrollierbare Sorgen im Vordergrund. Die Themen können wechseln und betreffen häufig mögliche Gefahren oder Probleme in der Zukunft. Typisch sind Gedankengänge im Sinne von „Was wäre, wenn …?“.
Neben den Sorgen können unter anderem Unruhe, schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, Muskelanspannung und Schlafprobleme auftreten. Entscheidend ist nicht, dass sich jemand gelegentlich Sorgen macht, sondern dass Sorgen und Angst über längere Zeit stark belasten und den Alltag beeinträchtigen.
Wie erklärt MCT anhaltende Sorgen?
Die Metakognitive Therapie richtet den Blick nicht nur auf den Inhalt einzelner Sorgen, sondern auf den Umgang mit ihnen. Menschen können beispielsweise glauben, dass Sorgen notwendig sind, um vorbereitet zu sein oder Gefahren zu verhindern. Gleichzeitig können Überzeugungen entstehen, dass Sorgen unkontrollierbar oder gefährlich seien.
Diese metakognitiven Überzeugungen können dazu beitragen, dass Sorgen weiterlaufen und immer mehr Aufmerksamkeit binden. Die MCT setzt deshalb unter anderem daran an, die Beziehung zu Sorgen zu verändern, flexible Aufmerksamkeitskontrolle zu fördern und Überzeugungen über Unkontrollierbarkeit und Gefahr von Sorgen zu überprüfen.
Die Behandlung
Die Metakognitive Therapie wurde in mehreren klinischen Studien bei generalisierter Angststörung untersucht und zeigte dabei deutliche Verbesserungen insbesondere des anhaltenden Sorgens.
In der Behandlung lernen Patient:innen, Sorgen nicht automatisch weiterzuführen und ihre Aufmerksamkeit flexibler zu steuern. Dabei geht es nicht darum, jede mögliche Gefahr gedanklich zu lösen oder Sorgen zu unterdrücken. Stattdessen werden neue Erfahrungen mit der Kontrollierbarkeit des Denkens aufgebaut und Überzeugungen darüber verändert, dass Sorgen notwendig, unkontrollierbar oder gefährlich seien.
Die Behandlung ist strukturiert und orientiert sich an einem spezifischen metakognitiven Modell der generalisierten Angststörung.